Essen und Kochen haben schon in meiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt.
Meine Großmutter war Köchin, mein Großvater Konditor. Das von ihnen geführte Restaurant mit Café war Spielfeld und Lernort zugleich. Tief beeindruckt hat mich immer das Abschmecken der Fleischsoße - ein fast sakraler Akt, den meine Großmutter da vollzog, bis ihr die Würze richtig erschien. Die Liebe zur Schokolade stammt wohl von meinem Großvater. Selbst gemachte Pralinen, die er mit einer Spezialgabel in die Kuvertüre tauchte oder das Gießen von Schokoladenhasen sind Erinnerungen, die mir noch heute vor Augen stehen.
Meine zweite Großmutter war bäuerlich geprägt. Sie nahm mich häufig mit „aufs Feld“. Besonders während der Erntezeit von Möhren, Kartoffeln oder Johannisbeeren war mir das der liebste Erkundungsort. Eine Möhre selbst aus der Erde zu ziehen, sie mit den Händen abzureiben, den erdigen Geruch einzuatmen um dann kraftvoll hineinzubeißen, war einer der glücklichsten Augenblicke des Sommers.
Meine Mutter kochte jeden Tag voller Leidenschaft das gemeinsame Familienessen. Die Küche war zentraler Ort des Hauses. Hier wurde nicht nur gekocht und gegessen, sondern auch gespielt, gestritten, gelernt oder gebügelt. Ein Lebensraum voller Emotionen und sinnlichen Erfahrungen.





